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Das Häuschen von Max Švabinský
Das Häuschen von Max Švabinský (Nr. 50) in Kozlov bei Česká Třebová Liegt am Rande des Dorfes Kozlov unter der Kuppe des Kozlov-Berges.
Der erste nachgewiesene Bewohner war der Anhänger der Nationalen Wiedergeburt, Philosoph und Revolutionär Emanuel Welz (1816-1890). Dieser bemerkenswerte Denker wurde im nahen Litomysl geboren, wo er auch das Gymnasium besuchte. In Wien studierte er zunächst Philosophie, später Jura. Gleichzeitig verdiente er etwas dazu als Erzieher in Adelsfamilien. 1948 nahm er am revolutionären Geschehen in Prag teil. Als die Revolution gescheitert war, zog er sich nach Česká Třebová zurück, wo er bei der Familie Rybička lebte. 1883 ging er nach Kozlov, wo ihm das Austragshaus des sogenannten Pechacek Gutes als letzte Zufluchtsstätte diente. Seine letzten Jahre verbrachte Welz mit dem Aufschreiben seiner Erinnerungen und vor Allem mit dem Lesen der Literatur, die er sich als den einzigen Luxus seines Lebens zuschicken ließ. Als er 1890 starb, hinterließ er eine umfangreiche Bibliothek. Einen Teil dieser Bibliothek vermachte er der Gemeinde Kozlov, den anderen der Stadt Litomyšl. Das Kozlov-Häuschen verwaiste, jedoch nicht für lange.
Die Familien Vejrych, Švabinský und Kozlov
Im Frühjahr des Jahres 1891 suchte die Familie des Prager Eisenbahners Rudolf Vejrych d.ä. eine geeignete Sommerwohnung. Da der Wagenmeister Vejrych die Naturschönheiten des Gebietes der Stadt Česká Třebová kannte, suchten sie gerade hier. Die Mutter Josefa mit dem Sohn Karel sollten angeblich nach einem geeigneten Objekt am Bahnhof von Česká Třebová fragen. Gerade hier sollte ihnen jemand raten, sich das gerade leer gewordene Häuschen in Kozlov anzuschauen. Die Familie Vejrych war von der Ortschaft begeistert und entschloss sich, das Gebäude zu mieten. So hatte das Kozlov-Häuschen ab 1891 regelmäßige Besucher: das Ehepaar Rudolf und Josefa Vejrych mit Kindern Karel, Rudolf und Ela und ihre Großmutter Josefa. Hinzu kam 1895 noch der Prätendent von Ela, ein junger, ambitionierter Student der Prager Maler-Akademie namens Maxmilián Švabinský (1873-1962). Die jungen Menschen lernten sich im gleichen Jahr auf der Volkstümlichen Tschechisch-Slawischen Ausstellung in Prag kennen und schon nach Weihnachten 1895 nahm Max die Einladung der Familie Vejrych an, ein paar freie Tage gemeinsam in Kozlov zu verbringen. Die Landschaft um Kozlov, urwüchsiger Menschen sowie das eigentliche Gebäude bezauberten den jungen Künstler insoweit, dass man heute über die „Kozlov-Periode" von Švabinský spricht.
Die Aufzählung der zu dieser Epoche gehörigen Werke des Malers wäre beträchtlich lang. Vielfältig sind auch die genutzten Techniken. Gruppen- und Individualbildnisse und insbesondere landschaftliche Szenen, die in Kozlov regelrecht entstanden, oder durch Kozlov inspiriert wurden, führte Max Švabinský als Ölgemälde, Zeichnung, in kombinierte Technik oder als Graphik aus.
Zu den schönsten und berühmtesten Werken gehören das Runde Porträt(1897); Das Rosane Porträt (1898); Arme Landschaft (1900), Am Webstuhl (1901), Zwei Mütter (1903); Oma im Schal (1903); Das große Familienporträt (1905), Das kleine Familienbildnis (1912), Der Sommertag (1906), Die weiße Kamelie (1911), Die Sommernacht (1911). 1910 schaffte er hier, genauer auf dem Giebel des neuen benachbarten Gutes Pechacek das Fresko „Schnitterin"
Das Bündnis zwischen Max Švabinský und Kozlov wurde noch stärker, nachdem er 1900 Ela Vejrych heiratete. Die eigene Trauung fand in der Dekanatskirche der Erhöhung des heiligen Kreuzes in Litomyšl statt, das Hochzeitsmahl dann in der Gaststätte Hurt in der Nachbarschaft des Gutes Pechacek in Kozlov. In diesem Jahr erlebte das Häuschen, jetzt schon zu eng für die wachsende Familie, eine grundsätzliche Veränderung. Zu dem ursprünglichen alten Teil baute Karel Vejrych einen neuen Teil, geräumiger, mit einer großen Küche und mit einem ausgedehnten hellen Zimmer, für das Rudolf Vejrych die Möbelausstattung entwarf. Im Dachgeschoss entstand ein kleines Zimmer, wegen seiner Form auch Koffer genannt, das Švabinský als Arbeitszimmer nutze. Švabinský, Rudolf Vejrych und Otakar Vaňáč verzierten den Giebel des neuen Häuschens mit der Darstellung des Gaben empfangenden Hl. Wenzels.
Um das Jahr 1915 verkomplizierte sich die Beziehung zwischen Ela und Max. Die Eheleute entfremdeten sich zu guter Letzt und so hörte Švabinský auf, Kozlov zu besuchen. Das letzte Mal begab er sich 1919 hierher, um an dem Begräbnis von Elas Vater Rudolf Vejrych teilzunehmen. Nach vierundzwanzig Jahren endete seine „Kozlover Periode". 1930 wurde er geschieden und ein Jahr später heiratete er seine ehemalige Schwägerin Anna, die erste Frau von Rudolf Vejrych d.J., die für ihn eine weitere große Inspiration war. 1945 adoptierte er ihre Tochter aus erster Ehe, Zuzana.
Neben einer so bedeutsamen Maler-Persönlichkeit wie Max Švabinský wuchs in der Familie Vejrych eine weitere Persönlichkeiten auf, nämlich Elas Bruder Rudolf (1882-1939). Dieser Absolvent der Künstlerisch-Industriellen Schule und der Prager Akademie war Redakteur der Zeitschrift „Kesselwärters Almanach". Später eröffnete er in Vinohrady eine private Schule für Malerei. Er widmete eine Reihe seiner Werke Kozlov, z. B. Der Feldweg über dem Grübchen (1924); Das Grübchen in Kozlov (etwa 1924); Kozlover Strasse (etwa 1928), Wäscherinnen (etwa 1926).
Ein weiterer der Brüdern Vejrych, Karel (1873-1930), zeigte seit seiner Jugend musikalisches Talent. Er absolvierte ein Konservatorium, studierte in Weimar, in Franfurt am Main und in Paris. Später nahm er eine Stelle als Klavierprofessor in Kischinau an. Seine Familie lebte inzwischen in Kozlov auf dem sogenannten Gut Pechacek. 1911 verließ Karel Vejrych die Professorenstelle, ließ sich in Kozlov nieder und bestritt seinen Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Sein Wirken hier war der Gemeinde sehr nützlich, da sich dieser welterfahrene Mensch für den Ausbau der Strasse zwischen Česká Třebová und Kozlov einsetzte. Es ist die Strasse, die heute den Namen von Max Švabinský trägt. Später zog Karel mit seiner Ehefrau nach Prag um. Er wurde in Kozlov begraben.
Nach dem Tod Rudolf Vejrychs d.Ä. und nach dem Weggehen von Max Švabinský wurde das alte Kozlov-Häuschen von JosefaVejrych bewohnt. Den neueren Teil des Häuschens bewohnte Ela. Josefa Vejrych fasste am Ende ihres Lebens ihre Erinnerungen in Büchern zusammen: Wie pflegte es in Kozlov zu sein (1924) und Aus den alten Zeiten (1931). Beide Werke ergänzte Švabinský mit seinen Illustrationen.
Ela Švabinský lebte auch weiter in Kozlov ein reges gesellschaftliches Leben und empfing hier zahlreiche Besuche. Zu ihren Gästen gehörten der Komponist Bohuslav Martinů, der Primarius der Tschechischen Philharmonie Stanislav Novák, die französische Pianistin Blanche Selva und die Freundin von Ela Marie Majerová. Auch der Professor Zdeněk Nejedlý und sein Schüler Mirko Novák kamen zu Besuch.
Während des 2. Weltkrieges arbeitete Ela mit Kommunisten zusammen und wurde deshalb 1943 durch die Gestapo verhaftet und bis zum Ende des Krieges im KZ Ravensbrück gefangen gehalten. Nach dem Krieg widmete sie sich dem Schreiben von Erinnerungen, die 1960 unter dem Titel Erinnerungen aus der Jugend erschienen. Sie starb 1967 und wurde zusammen mit weiteren Familienmitgliedern auf dem kleinen Friedhof in Kozlov begraben.
Nach dem Tod von Ela Švabinský fiel das Kozlov-Häuschen der Tochter von Rudolf und Anna Vejrych Zuzana Švabinský - Vejrych (1912-2004), der Adoptivtochter von Max Švabinský, zu. Sie verwaltete und besuchte das Häuschen lange Jahre bis zu ihrem Tod. Auch sie verfasste Erinnerungen an die Familie Vejrych, Max Švabinský und Kozlov auf den Seiten eines Buches. Das Buch trägt den Titel Die Leuchte des Gedächtnisses (2002). Kurz vor ihrem Tod wurde das Häuschen mit der erhaltenen Einrichtung an die Stadt Česká Třebová verkauft. Bald darauf fing eine umfangreiche Rekonstruktion des gesamten Objekts an, mit dem Ziel, hier eine Ausstellung zu schaffen, die an das Schicksal der Familien Vejrych und an Max Švabinský erinnert. Die feierliche Eröffnung des rekonstruierten Häuschens von Max Švabinský mit einer neuen Ausstellung fand im Juni 2007 statt.
Baudenkmals
Das Häuschen des Max Švabinský
Öffnungszeiten:
Juni – August täglich
außer Montag:
9-17 Uhr
September – Oktober
Samstage und Sonntage
12-16 Uhr
Andere Termine auf Anfrage
tel.: +420 465 534 516
Eintritt:
30 CZK
Ermäßigt 20 CZK
Familienkarte 50 CZK
Die Rotunde der Hlg. Katharina
Öffnungszeiten:
Juli - August täglich
außer Montag
9-12 13-17 Uhr
Andere Termine auf Anfrage
tel.: +420 465 534 516
Eintritt:
30 CZK
Ermäßigt 20 CZK
Familienkarte 50 CZK
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