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Die Rotunde der Hlg. Katharina
Das älteste Gebäude der Stadt und gleichzeitig die einzige erhaltene romanische Rotunde in Ostböhmen ist die Kapelle der Hlg. Katharina in Česká Třebová. Ihre Entstehung ist bis heute geheimnisumhüllt. Bislang gelang es nicht die Fragen wann, durch wen und warum sie hier erbaut wurde zufriedenstellend zu beantworten. Die Stadtbewohner verbanden ihre Entstehung mit einem Wunder. Laut Sage offenbarte sich an der Stelle der heutigen Kapelle die Heilige Katharina mit einer Schürze voller Steine und deutete so ihren Wunsch nach einer ihr geweihten Kapelle an, die hier erbaut werden sollte. Die Menschen kamen jedoch ihrem Wunsch nicht nach und fingen woanders an zu bauen. Dort gelang jedoch das Werk nicht: Was tagsüber erbaut wurde, wurde nachts niedergerissen. Am Ende blieb ihnen nichts anderes als die Kapelle an der Stelle zu bauen, die sich die Hlg. Katharina ausgesucht hatte.
Eine andere Sage erzählt, dass die Kapelle ursprünglich im nahegelegenen Dorf Skuhrov stehen sollte. Menschen begannen dort das notwendige Baumaterial anzusammeln, insbesondere Steine und Holz. Durch ein Gottesswunder wurde sämtliches Material auf den Hügel über Česká Třebová versetzt und deshalb entstand die Kapelle hier.
Historiker stellen den Bau in Zusammenhang mit der Gründung der Stadt irgendwann am Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Rotunde hatte damals die Funktion einer privaten Kapelle eines unbekannten adeligen Lokators, also einer Person, die mit der Gründung der Stadt beauftragt wurde. Erst später begann die Kapelle auch den Bewohnern der neu gegründeten Stadt zu dienen. Die erste schriftliche Erwähnung über die Kapelle befindet sich in der lateinisch geschriebenen Urkunde des Richters Lipolt.
Das ursprünglich romanische Bauwerk wurde über die Jahrhunderte vielmals renoviert und umgebaut. Aus dem 14. Jahrhundert stammen gotische Anpassungen, und zwar die Stein-Ausmauerung um den westlichen Eingang in das Schiff und weiter die asymetrische Wölbung in der Apside der Rotunde. Auf den Konsolen der beiden Rippen finden wir stark stilisierte Menschengesichter. Auch auf diese bezieht sich eine Sage. Nach dieser Sage stellt das eine Gesicht den Donator der Kapelle dar, das andere den Baumeister.
Irgendwann um das Jahr 1556 wurde die Rotunde renoviert. Gerade aus dieser Zeit stammten Renaissance Sgraffiti, die den äußeren Putz verzierten.
Das Jahr 1746 weist eine weitere Renovierung nach. Damals wurden vor beiden Eingängen, dem westlichen und dem südlichen, hölzerne Vorräume angebaut, die unter anderem zur Lagerung von Bestattungsutensilien dienten. Der umliegende Friedhof diente nicht nur zum Begraben der Verschiedenen aus Česká Třebová, sondern auch aus einer Reihe benachbarten Gemeinden. Da seine Kapazität nicht ausreichend war, wurde im gleichen Jahr an die Kapelle ein Knochenhaus angebaut, das der Lagerung von Knochen aus alten und aufgehobenen Gräbern diente. Der Eingang in das Knochenhaus lag in der neu erbauten Sakristei, die über dem Knochenhaus platziert war.
Um nicht ganz Hundert Jahre später, 1840, wurden beide bereits heruntergekommenen Vorräume abgerissen. Der eine vor dem Haupteingang wurde durch einen gemauerten klassizistischen Vorraum ersetzt. Auch das Knochenhaus wurde aufgehoben, die Sakristei ist jedoch geblieben.
1905 erbaute die Stadt einen neuen Friedhof. Der bisherige - in der Nachbarschaft der Rotunde - wurde als unbrauchbar aufgehoben. Das Bauwerk verlor somit die Funktion einer Friedhofskapelle, die es über Jahrhunderte erfüllte. Ungenutzte begann die Kapelle zu verkommen, 1916 musste die Rotunde aufgrund ihres schlechten Zustands gänzlich geschlossen werden. Die Repräsentanten der Stadt wurden sich zum Glück der historischen und der architektonischen Bedeutung des Bauwerks bewusst und entwickelten Bemühungen für seine Rettung. Dieses Streben wurde jedoch durch den 1. Weltkrieg, der andere schwer wiegende Probleme brachte, gebremst. Weitere Verhandlungen über die Rekonstruktion konnten erst nach dem Ende des Krieges abgewickelt werden.
1920 wurden die Renovierungsarbeiten endlich aufgenommen. Als erste kam die verkommen Sakristei von 1746 an die Reihe. Die Sakristei wurde abgerissen, dabei wurde das Knochenhaus, ebenfalls aus dem Jahr 1746, aufgedeckt. Beim Abschlagen des Putzes entdeckten Maurer das bereits erwähnte, ornamentale Sgraffiti. Diese wurden dicht unter dem Kranzgesims des Schiffes gefunden, sowie auf der Apside etwas 1,5 Meter tiefer. Dies lässt schließen, dass zum Zeitpunkt ihres Entstehens die Apside niedriger als das Schiff war und dass ihre Ummauerung später errichtet wurde. Sgraffiti umrahmten auch die ursprünglichen Fenster, die sich an anderer Stelle als die heutigen befanden, die höchstwahrscheinlich bei den Umbauarbeiten 1746 durchgebrochen worden waren. Es zeigte sich, dass der ursprüngliche Boden etwa anderthalben Meter tiefer als heute lag. Die Funde der Gewölbefüße bestätigten die Tatsache, dass die flache Schiffsdecke früher gewölbt war. Kurz vor dem Ende der Renovierungsarbeiten wurde noch entschieden, das Interieur zu verändern. Das Kirchenchor aus dem Jahre 1874, verziert mit einer Reihe von Bildern (höchstwahrscheinlich von dem Krippenmaler von Česká Třebová Karel Jankele d.Ä.) wurde verkürzt, damit in den Raum mehr Licht gelangen konnte.
Auch der nahe Glockenturm, der im 16. oder 17. Jahrhundert erbaut wurde, erwartete seine Renovierung. Sein Erdgeschoss - bis zu dieser Zeit von Außen zugemauert, um als Leichenhaus dienen zu können - wurde durchgebrochen und als ein Tor umfunktioniert. Das Tor ersetzte das bisherige Türchen in der Steinmauer. Die Arbeiten dauerten bis 1922, danach wurde die Rotunde neu geweiht und diente über lange Jahrzehnte ihrem Zweck.
Die letzte große Renovierung fand von der zweiten Hälfte der 90. Jahre der letzten Jahrhunderts bis 2002 statt.
In Rahmen dieser Renovierung wurden Gemälde auf der Brüstung des Kirchenchors und insbesondere des Altars restauriert. Der Altar dominiert den gesamten Interieur und in seinem Zentrum finden wir eine spätgotische Statuette der Hlg. Katharina von Alexandrien, der Patronin der Kapelle. Weder ihr Schöpfer noch ihr Ursprung sind bekannt. Es wird angegeben, dass die Statuette irgendwann zwischen den Jahren 1500 - 1600 entstand. Die Legende über die Hlg. Katharina erzählt, dass sie eine Königstochter war, die sich Gott verlobte und deshalb den Kaiser Maxentius ablehnte. Dieser ließ sie dafür peitschen und ins Gefängnis werfen. Das Mädchen sollte zu Tode gefoltert werden, indem es in ein Rad, das mit Schwertern besetzt wurde, eingeflochten wurde. Das Rad wurde jedoch durch einen Blitz zerstört. Deshalb ließ der Kaiser Katharina mit einem Schwert enthaupten. Katharina hält in ihrer rechten Hand dieses Attribut. In ihrer linken Hand hält sie ein Buch, ein Symbol der Bildung. Laut Sage bekehrte sie 50 heidnische Philosophen zum christlichen Glauben. Katharina war eine beliebte Heilige von Kaiser Karl IV und ist Patronin der Karls-Universität.
Ebenso wie wir den Schöpfer der Statuette der Hlg. Katharina nicht kennen, kennen wir die Schöpfer sonstiger Teile des Altars nicht. Der Altar ist etwas jünger als die Statuette, er entstand im 3. Viertel des 17. Jahrhunderts extra für die Statuette der Hlg. Katharina. Außer der erwähnten Heiligen befinden sich hier weitere Plastiken. Der Hlg. Rochus, ein reicher Jüngling aus Montpellier, der sein Vermögen den Armen schenkte und auf seiner Pilgerfahrt nach Rom Pestkranke pflegte. Er selber steckte sich dann auch an und laut der Sage pflegte ihn ein Engel, während sein treuer Hund ihm Brot brachte.
Hlg. Sebestian, römischer Offizier der Leibwache des Kaisers Dioklecia, half den gefangen gehaltenen christlichen Glaubensgenossen. Er starb den Märtyrertod. Er wurde an einen Baum gefesselt und Soldaten benutzten seinen Körper als Zielscheibe.
Hlg. Růžena aus Lima, Ordensschwester des dritten Ordens des Hlg. Dominiks, führte ein streng reumütiges Leben für die Versöhnung der Grausamkeiten der spanischen Eroberer an den Einheimischen. Für ihre Beziehung zu Blumen, durch derer Zucht sie sich und ihre Eltern unterhielt, wurde sie zur Patronin der Gärtner.
Hlg. Rosalie, ursprünglich adelige Tochter, verlobte sich Gott und lebte ein Einsiedlerleben. Als ihre sterblichen Überreste nach Palermo übertragen wurden, hörte hier die Pestepidemie auf, deshalb wird diese Heilige für die Beschützerin vor der Pest gehalten.
Auf der Spitze des Altars ist der Kalvarienberg platziert, also ein Kreuz mit dem Körper Christi, unter dem Kreuz ist eine Plastik der Jungfrau Maria der Schmerzlichen und des Hlg. Johann Evangelist, desjenigen Apostels, dem Christus vor seinem Tod seine Mutter in die Obhut anvertraute. Der Altar wurde nicht durch einen Holzschnitter geschaffen, seine Teile stammen aus mehreren Zeitepochen. Trotzdem handelt es sich um eine anmutige Gesamtheit.
Seit dem Ende der Rekonstruktion 2002 dient die Kapelle ihrem sakralen Zweck - Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und weitere kirchliche Zeremonien werden hier gehalten. Die Renovierung der Barockorgel wurde 2006 beendet und ermöglichte die Nutzung dieses intimen Raumes auch als Konzertsaal.
Schließlich wurde auch die „Jabkanec-Kirchweih" zum einen festen Bestandteil der Traditionen der Stadt Česká Třebová. Diese findet alljährlich im November vor dem Namenstag der Hl- Katharina in der Nähe des Areals der Kapelle statt.
Baudenkmals
Das Häuschen des Max Švabinský
Öffnungszeiten:
Juni – August täglich
außer Montag:
9-17 Uhr
September – Oktober
Samstage und Sonntage
12-16 Uhr
Andere Termine auf Anfrage
tel.: +420 465 534 516
Eintritt:
30 CZK
Ermäßigt 20 CZK
Familienkarte 50 CZK
Die Rotunde der Hlg. Katharina
Öffnungszeiten:
Juli - August täglich
außer Montag
9-12 13-17 Uhr
Andere Termine auf Anfrage
tel.: +420 465 534 516
Eintritt:
30 CZK
Ermäßigt 20 CZK
Familienkarte 50 CZK
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